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Woran erkenne ich gutes Olivenöl?

 

Es ist etwas frustrierend: Seit wir uns im Jahr 2003 umfassend mit dem Thema beschäftigen, ist die Antwort auf diese zentrale Frage so schwierig wie je. Was nichts anderes bedeutet, als dass der Verbraucherschutz für Kunden in Europa (und noch schlimmer in den USA) so klein wie möglich geschrieben wird!

 

Der Begriff „Olivenöl extra nativ“ sagt nichts aus. Ursprünglich sollte er das Olivenöl der höchsten Güteklasse bezeichnen und vor Missbrauch schützen. In der Theorie (also der Olivenöl-Gesetzgebung der EU) muss ein Olivenöl extra nativ absolut fehlerfrei schmecken. In der Realität wird die sensorische Qualität der Olivenöle kaum überprüft (die Beurteilungen sind nicht vorgeschrieben, sondern freiwillig). Außerdem ist der Begriff durch jüngste EU-Verordnungen aufgeweicht worden: Es sind bei Olivenöl extra nativ „negative Alkylester“ von bis zu 150 mg/kg Öl erlaubt – üblich bei Top-Ölen sind Werte von 10 bis 20 mg/kg. De facto darf ein Anbieter also gutes mit minderwertigem Öl mischen und geht dabei auch noch straffrei aus.

 

Lesen Sie trotzdem das Etikett genau. Mitunter wird einfaches Olivenöl angeboten, „Olio di Oliva“ ohne den Zusatz extra nativ. Dies bedeutet: Das Öl kann zu 99 Prozent aus chemisch aufbereitetem (raffiniertem) Olivenöl bestehen und nur zu einem Prozent aus authentischem „extra vergine“.

 

Auch die Herkunft der Oliven wird bei vielen Supermarktölen, kleingedruckt, angegeben. Oliven aus Mittelmeer-Anreinerstaaten wie Tunesien oder Marokko sind billiger, das Öl preiswerter als italienisches.

 

Finger weg von Dumping-Preisen! Ein gutes und frisches Olivenöl aus Italien kann nicht günstiger angeboten werden als für etwa 5 bis 8 Euro pro Halbliterflasche. Die Ernte- und Herstellungskosten sind einfach entsprechend hoch. Die Toskana ist neben der Region Gardasee die teuerste Region für Olivenöl, da in der Terrassenlandschaft von Hand geerntet werden muss. Außerdem ist die Erntemenge gering, die Toskana erzeugt nur zwei Prozent des italienischen Olivenöls.

 

Discounter-Öle für 4 Euro oder weniger die Flasche (0,5 oder 0,7 l) zeigen, dass der Inhalt dubios ist. Um die Preise gering zu halten, werden die frischen Öl-Ernten mit älteren Jahrgängen vermischt, oder das Öl stammt nicht aus Italien, sondern aus Südspanien (wo es günstig produziert werden kann) oder Nordafrika (die Erntekosten sind dort viel geringer). Übelriechendes Öl aus überreifen oder teils verdorbenen Oliven wird in Raffinerie-Anlagen bedämpft („desodoriert“), so dass ein fehlerfreies, aber neutrales, völlig aromafreies Öl entsteht. Auch die Beimischung von Sonnenblumen- und Nussölen ist möglich und wurde schon oft als Betrügerei aufgedeckt.

 

Ein vorbildliches Etikett gibt den Namen des Produzenten an, den Erntejahrgang und die Olivensorte. Je anonymer ein Produkt, desto unwahrscheinlicher ist gute Qualität. Ein Ölproduzent steht mit seinem Namen für den Inhalt gerade – wie ein Winzer. Die Olivensorte weist auf den geschmacklichen Charakter des Öls hin. Einige Händler bieten Verkostungen des Öls an – all dies hilft Ihnen, gutes Öl zu finden.

 

Autor: Kersten Wetenkamp