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Information

Olivenöl ist Genuss und Medizin zugleich

 

von Dr. med Heinz Oehl-Voss, Waldbronn-Reichenbach

 

Olivenöl ist ein wesentlicher Bestandteil der mediterranen Ernährung. Überzeugende Studien haben nachgewiesen, dass Bewohner des Mittelmeerraumes aufgrund ihres hohen Olivenölkonsumes seltener an Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes mellitus, Demenz, der Augenerkrankung Maculadegeneration oder sogar an Krebs leiden. Neuere Studien haben nun gezeigt, welche Inhaltsstoffe des Olivenöls für die gesunde Wirkung verantwortlich sind: Es ist das Wechselspiel der mit siebzig Prozent dominierenden, einfach ungesättigten Fettsäuren (Ölsäure) mit weiteren Pflanzenstoffen, die nur zwei bis drei Prozent ausmachen. Diese sind für Geschmack, Bitternoten, Aroma und Farbe des Öls verantwortlich.

 

Daneben scheint aber auch noch der Anteil von sieben bis zehn Prozent an gesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren für die Gesundheit bedeutend zu sein, besonders, wenn im Durchschnitt pro Jahr nicht – wie in unseren Breitengraden – nur 0,5 bis 1 Liter Olivenöl verzehrt werden, sondern 15-20 Liter, wie in den meisten südlichen Ländern - Säuglinge und Greise mit eingerechnet! Erst dann kann unter medizinischen Gesichtspunkten die vielfältige Wirkungsweise des Öls zur Entfaltung kommen, fast im Sinne eines „Medikamentes“. Dazu ist allerdings notwendig, dass man auch im Alltag hauptsächlich Produkte der oberen Qualitätsstufe verwendet, was auch in Deutschland immer noch die Ausnahme ist. Denn bei üblicher Massenproduktion kommen wertvolle Inhaltsstoffe, insbesondere die Sekundären Pflanzenstoffe, abhanden und einzelne Fettbestandteile sind oxidiert – was wiederum eher schädlich für die Gesundheit ist.
 

Olivenöl kann unter Berücksichtigung von Menge und Qualität sowie bei richtiger Lagerung und Anwendung in der Küche viele Krankheits-Risikofaktoren reduzieren: Das Verhältnis von gutem zu schlechtem Cholesterin (HDL zu LDL) wird verbessert. Bei Samenölen, zum Beispiel Sonnenblumenöl, wird zwar das ungünstige LDL-Cholesterin gesenkt, aber auch das positive HDL. Verantwortlich dafür sind einerseits die Ölsäure, andererseits aber auch Substanzen wie Squalen (ein Kohlenstoffgerüst mit besonderen Eigenschaften), vermutlich auch Phenole, die zusammen mit Vitamin E und Carotinoiden auch die Oxidation des Cholesterins in der Blutbahn verhindern. Neben den antioxidativen wurden bislang auch antientzündliche Eigenschaften erkannt. So verursachen phenolische Inhaltsstoffe wie Oleuropein und Oleocanthal nicht nur Geschmacksnoten wie feinbitter-herb; es sind antientzündliche Wirkstoffe, die dem Antirheumatikum und Schmerzmittel Ibuprofen sehr ähnlich sind.

 

Wenn wir Lust auf Olivenöl haben, verbinden wir das meistens mit einer vegetarisch dominierten Ernährungsweise, die wiederum für genügend Ballaststoffe und einen günstigen Mineralienhaushalt sorgt. Das Öl sorgt für eine bessere Freisetzung von Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen aus anderen Nahrungsbestandteilen und wirkt wie ein natürlicher Geschmacksverstärker. Mit dieser ernährungsmedizinisch begründeten Vorstellung versucht man, die vorbeugende Wirkung auch gegen Bluthochdruck und Diabetes zu erklären. Gelingt es, resultiert daraus auch eine verbesserte Hirnleistung.

 

Stress- und Reizgastritis werden günstig beeinflusst, weil die Magensäurebildung durch Olivenöl reduziert wird. An einem ungenügend schließenden Mageneingang leiden ungefähr zwei Millionen Bundesbürger, was zu der so genannten „Refluxkrankheit“ führt. Leichtere Ausprägungsgrade profitieren deutlich von Olivenöl. Aber auch Gesunde können meist eine bessere Bekömmlichkeit vieler Gerichte feststellen. Auch hilft ein Gläschen Olivenöl am Morgen vorbeugend gegen Verstopfung.

 

Die vielfach erkennbaren Wirkungsweisen in der Krebsvorbeugung sind beim Olivenöl noch nicht vollständig erklärbar. Als wirksame Inhaltsstoffe sind z.B. Sterine identifiziert. Jedenfalls wird mindestens ein Drittel aller Krebserkrankungen auf falsche Ernährung zurückgeführt. In Südeuropa erkranken wesentlich weniger Menschen an Krebs. Besonders beim Brustkrebs tritt dies zutage. So komplex die Erklärungsmodelle in der Krebsentstehung auch sind: Ein Grund könnte sein, dass mit Olivenöl weniger falsch gemacht werden kann als mit Samenölen, z. B. aus Sonnenblumen, Distel oder unraffiniertem Raps. Diese Öle sind nicht so gut erhitzbar, da ihr hoher Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren beim Erhitzen rasch schädliche Stoffe freisetzt, besonders bei unkontrolliertem Braten und Grillen. Olivenöl dagegen ist auf Grund seiner Struktur und seiner schützenden Begleitstoffe unproblematisch. Ob es bereits heiß genug in der Pfanne ist, lässt sich mit einem Spritzer Wasser testen. Der Rauchpunkt sollte allerdings absolut vermieden werden, das gilt für alle Fette.

 

Für die Funktionsfähigkeit unserer Haut schließlich ist Olivenöl ein wunderbares Elixier, da seine Zusammensetzung der unseres Unterhautfettgewebes sehr nahe kommt. Es vermischt sich ideal mit den Fett-Wasser-Molekülen, dringt damit tief ein und fördert die Rückfettung, was sowohl medizinisch als auch kosmetisch eine Renaissance erfährt (im Altertum kannte man das „Kleopatrabad“ mit Olivenöl und Milch). Auch hierbei muss der Qualitätsstandard unbedingt hoch gehalten werden, weil es erheblich auf das Vorhandensein der natürlichen, unverfälschten Inhaltsstoffe ankommt. So schützen beispielsweise phenolische Verbindungen wie Hydroxytyrosol und Oleuropein gegen UV-Strahlen und wirken antimikrobiell.

 

Olivenöl ist sicher kein Allheilmittel. Doch eingebunden in die klassische mediterrane Kost, durchaus regional modifiziert, mit reichlich Obst, Gemüse, Kräutern, Hülsenfrüchten und Fisch, dazu gutem Wein zum Essen, kann es sehr wohl die Basis sein für einen genussvollen Lebensstil, der so ganz nebenbei zahlreichen Krankheiten vorbeugen kann. Und zu Risiken und Nebenwirkungen müssen Sie weder Arzt noch Apotheker fragen.

 

Zur Vertiefung des Themas Olivenöl und Gesundheit aus dem Verlagshaus für Aerzte:

„Olivenöl – Die Medizin auf dem Teller“ von Ing. Manfred Bläuel und Prof. Dr. med. Robert Gasser, ISBN 3-901 488 -60-X (mit wissenschaftlichen Literaturhinweisen am Ende des Buches)

                                                                                                                        

Der Autor ist Arzt für Innere Medizin, Ernährung, Sport und Prävention.

www.dr-oehl-voss.de